Edward Bloom - ein Held, ein Abenteurer, ein Genie - sein eigener Mythos. Doch nie ein richtiger Vater. Jetzt liegt er im Sterben, und sein Sohn Will unternimmt einen letzten Versuch, sich mit ihm zu versöhnen und endlich herauszufinden, wer Edward Bloom wirklich ist. Denn zeitlebens hat der nur fantastische Lügengeschichten über sich erzählt. So hätte er als junger Mann gemeinsam mit einem Riesen seine Heimatstadt verlassen, in einem magischen Wald gegen mordlüsterne Fabelwesen gekämpft, mit einem Werwolf im Zirkus gelebt, seine Ehefrau mit 10.000 Narzissen betört, den Zweiten Weltkrieg quasi im Alleingang gewonnen, eine komplette Nacht auf dem Grund eines Sees verbracht und noch viele andere unglaubliche Wunderdinge erlebt. Will rekapituliert all diese bizarren Geschichten, will Spuren von Realität in den Lügenkonstrukten entdecken - doch Edward Blooms "Wirklichkeit" ist eine andere ...
Ein bildgewaltiger, spannender, komischer und zugleich herzzerreißender Film über die Macht der Träume, der Liebe und der Fantasie von Meisterregisseur Tim Burton (Edward mit den Scherenhänden). Mit Ewan McGregor (Moulin Rouge), Billy Crudup (Almost Famous - Fast berühmt), Albert Finney (Erin Brockovich), der zweifachen Oscar®-Preisträgerin Jessica Lange (Tootsie), Helena Bonham Carter (Fight Club), Danny DeVito (Schnappt Shorty), Steve Buscemi (Armageddon) und der aufregenden Newcomerin Alison Lohman (Tricks).
SEINE GROSSE VERHEISSUNG
Man erzählt sich, dass er nie einen Namen oder ein Gesicht oder jemandes Lieblingsfarbe vergaß und dass er mit 12 Jahren jedermann in seinem Heimatort an dem Geräusch erkannte, das seine Schuhe beim Gehen machten. Man erzählt sich, er wuchs so schnell, dass er eine Zeitlang – Monate? fast ein Jahr? – an sein Bett gefesselt war, weil die Kalkbildung seiner Knochen mit seinem Höhenstreben nicht Schritt halten konnte, so dass er, würde er zu stehen versuchen, wie eine baumelnde Rebe sein und als Häufchen zu Boden fallen würde. Edward Bloom nutze seine Zeit klug: Er las. Er las fast jedes Buch, das es in Ashland gab. Tausend Bücher – manche Leute sagen, zehntausend. Geschichte, Kunst, Philosophie. Horatio Alger. Ganz egal. Er las sie alle. Sogar das Telefonbuch. Man erzählt sich, dass er am Ende mehr wusste als jeder andere, selbst Mr. Pinkater, der Bibliothekar. Er war ein Big Fish, ein großer Fisch, schon damals.
(aus: BIG FISH von Daniel Wallace / Knaur Taschenbuch)
NICHTS FÜR KLEINE FISCHE
„Man kann keinen Film namens BIG FISH - DER ZAUBER, DER EIN LEBEN ZUR LEGENDE MACHT drehen, der voll überlebensgroßer Geschichten steckt, und ihn dann klein aussehen lassen“, lacht der ausführende Produzent Arne L. Schmidt. „So ein Film muss GROSS sein. B-I-G. Die Stärke des Films beruht auf der riesigen Dimension seiner Storys – und auf der üppigen Art, wie sie illustriert werden. Jede einzelne Geschichte, die Edward erzählt, muss für das Publikum in gewisser Weise visuell aufgeblasen werden. Selbst unser Riese musste riesiger sein als andere Riesen. Und wir mussten hier meistens ohne Computereffekte arbeiten, um bestimmten Schlüsselszenen in Edward Blooms Leben zu einer neuen Dimension und optischen Proportion zu verhelfen.“
Gedreht wurde an mehr als einem Dutzend verschiedener Orte in Alabama. Zwischenzeitlich wuchs das Dreh-Team auf über 300 Leute an. Die Zahl der Statisten stieg an manchen Tagen auf 7.000 – jeder Einzelne von ihnen sorgfältig kostümiert und im Stil der jeweiligen Epoche, von den 50ern bis heute, zurechtgemacht. „Wir engagierten außerdem die nahezu kompletten Crews von sechs Wanderzirkussen“, ergänzt Schmidt. „Inklusive über 150 Tiere, von Pferden über Giraffen, Kamelen, Elefanten und Löwen bis hin zu Bären.“ Dieser Gigantismus reflektiert natürlich die monumentalen Träume des Helden Edward Bloom: „Er hat ein großes Mundwerk und natürlich muss er dem mitunter auch in der Realität gerecht werden“, sagt Schmidt. „Als er beispielsweise seine Sandra umwirbt, legt er ihr buchstäblich 10.000 Narzissen zu Füßen. Exakt so viele Blumen mussten unsere Ausstatter für die Szene tatsächlich beschaffen. Ein gigantischer Aufwand. Doch so ist Edward Bloom nun mal – ein Mann, dem gewöhnliche Dimensionen fremd sind. Er ist ein Charismatiker, ein echtes Original. Und unsere Aufgabe war es, seinen Fantasien mit unseren Bildern gerecht zu werden.“