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Gothika
Für jede Störung des Geistes gibt es eine vernünftige Erklärung. Davon ist Dr. Miranda Grey, Kriminalpsychologin im Woodward-Frauengefängnis, überzeugt. Bis eine Autofahrt in regnerischer Nacht zu einer unheimlichen Begegnung und schließlich zu Mirandas Blackout führt. Als sie drei Tage später zu sich kommt, hat sich ihr Leben in eine Hölle verwandelt. In Woodward inhaftiert, wird sie beschuldigt, ihren Mann brutal ermordet zu haben. Und die Beweise gegen sie sind erdrückend. Hat die Rationalistin, die sich nach dem Blackout an nichts mehr erinnern kann, den Verstand verloren? Ist sie damit auf die andere Seite getreten? Oder tritt die andere Seite an sie heran - in der Gestalt eines ruhelosen und rachsüchtigen Geistes, der sie mit zunehmender Aggressivität nachts in ihrer Zelle attackiert? Als sie erkennt, dass alle sie nun für verrückt halten und selbst ihr sympathischer Kollege Dr. Graham ihr nicht mehr traut, versucht Miranda alleine den rätselhaften Vorfällen auf den Grund zu gehen. Verzweifelt klammert sie sich an ihre Vernunft und muss sich dabei gefährlich nahe an den Rand des Wahnsinns begeben ...
Spannendste Gruselatmosphäre von Multitalent Mathieu Kassovitz (Die purpurnen Flüsse). Ein übernatürlich unheimlicher Horror-Thriller! Mit Oscar®-Preisträgerin Halle Berry (2001, Beste Hauptdarstellerin, Monster's Ball), Robert Downey, Jr. (Die Wonder Boys) und Penélope Cruz (Vanilla Sky, Blow).
STIMMUNG UND ATMOSPHÄRE
Voller Suspense und durchdrungen von einer beunruhigenden Atmosphäre, verstärkt sich die Wirkung von GOTHIKA durch ein evokatives Produktionsdesign, das auf Dr. Miranda Greys grausame Laune des Schicksals hinweist. Ganz besonders kommt das zum Tragen in den Sets des Woodward-Gefängnisses – dieser düsteren, bedrückenden Anstalt, in der sie mit ihren früheren Patientinnen eingesperrt wird.
Hauptdrehort für Woodward war das riesige Gefängnis St-Vincent-de-Paul, ein Hochsicherheitsgefängnis, das zur Wende des 20. Jahrhunderts in Laval, in der Provinz Quebec, etwa eine Stunde nordwestlich von Montreal gebaut wurde, jetzt aber leer steht. Ursprünglich sollten die Gefängnisszenen im Studio gedreht werden, aber nachdem Kassovitz sich in das dunkle, verfallene Gebäude verliebt hatte, das unter dem Kürzel SVP bekannt ist, erweiterte der Originalschauplatz die Designpalette. Mehrere Szenen im Skript wurden ausgedehnt, damit das Team mehr Bereiche im SVP nutzen konnte, damit Woodward in der Story eine noch stärkere Präsenz bekommen konnte. „Als wir uns in der Vorproduktion nach geeigneten Drehorten umsahen, stießen wir auf das SVP und wussten sofort, dass wir fündig geworden waren“, erinnert sich Produzentin Susan Levin. „Dieses Gefängnis vermittelt perfekt die bedrohliche Stimmung und Atmosphäre, die wir für unseren Film brauchten.“
Produktionsdesigner Graham „Grace“ Walker und sein Team veränderten zahlreiche Räumlichkeiten innerhalb des optisch expressiven Areals des SVP. Dazu gehörte auch das Labyrinth von Korridoren und Treppen, außerdem der verrostete Zellenbereich, in dem sich die Farbe schon von den Wänden schälte, sowie der dreistöckige Atriumähnliche Gemeinschaftsraum und der Trainingshof, in dem Chloe Miranda vor drohender Gefahr warnt. Walkers Team baute auch eine Reihe derWoodward-Sets im Studiokomplex Cité du Cinéma in Montreal auf. So etwa die Verwaltungsbüros, den Duschraum und die an ihrer Front verglasten Beobachtungszellen, die aus Fliesen und perforiertem rostfreiem Stahl entstanden.
„Die größte Design-Herausforderung bei diesem Film war, eine konsistente Linie für den Look einzuhalten, während so viele unterschiedliche Drehorte und Studiosets integriert werden mussten“, erzählt Walker. „Dank meines großartigen Teams in Montreal gelang es uns, diese Herausforderung zu meistern. Es sind außergewöhnlich begabte Künstler, die für diesen Film ein wirklich lebendiges Umfeld schufen.“„Die Originaldrehorte und die Sets hätten nicht passender für diesen Film sein können“, stimmt Berry zu. „Sie sind sehr spezifisch und ermöglichten den Schauspielern, die Stimmung des Films zu finden.“
„Grace ließ sich von dem echten Gefängnis inspirieren und verstärkte darauf aufbauend im Design den gotischen Aspekt. Das war brillant“, schwärmt Joel Silver von Walkers Auge und Detailbesessenheit. „Zusammen mit Mathieu und unserem Kameramann Matthew Libatique machte Grace das Woodward-Gefängnis zu einem zentralen Bestandteil des Films.“
Kassovitz führt die düstere Atmosphäre des Films auf seine Zusammenarbeit mit Walker, Libatique und Kostümdesignerin
Kym Barrett zurück. „Am wichtigsten war mir, dass die einzelnen Elemente zusammenpassen mussten, dass eine sehr stilisierte, aber dennoch realistische Umgebung entstand, die gleichermaßen Substanz und Bedeutung hatte“, erklärt der Regisseur. „Daraus leitete sich ab, dass die Sets und die Lichtsetzung nicht nur während der gruseligen Momente düster sein mussten, sondern während des ganzen Films. Ich will nicht, dass man als Zuschauer diesem düsteren Eindruck entkommen kann, die Atmosphäre darf niemals durchbrochen werden.“
Um Kassovitz' Vorstellungen erfüllen zu können, entwickelte Walker eine unverwechselbare Farbpalette. „Ich versuchte,
das Gefühl düsterer Vorahnung mit gedämpften Farben zu vermitteln, mit Grauund Braunschattierungen und ziemlich
farblosen Tönen, die ich noch nie zuvor verwendet hatte“, erklärt Walker, der Produktionsdesigner von Filmen wie "Ghost Ship" (2002), "Königin der Verdammten" (2002) und "DNA - Die Insel des Dr. Moreau" (1996). Um die unheimliche Stimmung und die innovative Art der Kameraführung zu etablieren, arbeiteten Walker und Kassovitz eng mit Kameramann Matthew Libatique zusammen, der für seine unvergesslichen Bilder zu "Requiem For A Dream" im Jahr 2001 den Independent Spirit Award erhalten hatte. „Die Kamera sollte wie ein Geist sein, an Orte gelangen, die eigentlich unmöglich zu erreichen waren“, erklärt Kassovitz seinen Plan. „Außerdem hatten wir einige komplizierte Sets, ganz besonders die gläsernen Zellenwände, die wegen der Reflexionen sehr schwer zu fotografieren waren. Matty und ich wollten diesen körnigen, nervösen Look, und am Ende wurde aus diesen Intentionen eine Kreuzung zwischen einem stilisierten glamourösen Noir-Look und schmutzigen Bildern, die wir im Guerilla- Stil gedreht hatten.“
„Mathieu versteht es wirklich, die Kamera so zu bewegen, dass man in Mirandas Reise hineingezogen wird“, bemerkt Silver. „Es gibt so viele Szenen, in denen sich nur zwei Personen in einer Zelle unterhalten, und diese sind für jeden Regisseur eine echte Herausforderung. Jede dieser Szenen hat Mathieu interessant und einzigartig gemacht. Darüber hinaus gibt es einige Szenen, in denen Miranda herauszufinden versucht, ob sie nun wirklich verrückt geworden ist. Dabei hatte Halle fast nichts Greifbares, auf das sie reagieren konnte. Das spricht für ihre schauspielerischen Qualitäten, aber auch für Mathieus Regietalent. Er schafft es, mit ihrer Hilfe den Zuschauer in den Film einzubinden.“
Berry, die schon mit so unterschiedlichen Regisseuren wie Warren Beatty, Martha Coolidge, Lee Tamahori, Tony Scott und Spike Lee gedreht hat, erzählt, dass die Zusammenarbeit mit Kassovitz genau die strukturierten, faszinierenden Darstellungen und auch den stimmigen Ton hervorgebracht hat, wie man es sich vorgestellt hatte. „Mathieu hat ein tolles Auge und eine wirklich einzigartige Methode, eine Story mit der Kamera zu erzählen. Und als Schauspieler versteht er auch, was mit der Arbeit vor der Kamera verbunden ist. Er hat eine ganz eigene Art, Filme zu drehen, und diese hat sehr dazu beigetragen, dass hier ein so einzigartiger und besonderer Film entstehen konnte.“
„Mathieu war großartig, denn vom ersten Tag an war es eine wirkliche Zusammenarbeit“, bemerkt Robert Downey, Jr. „Er half mir dabei, Pete mühelos spielen zu können. Leicht war es nicht, aber es war mühelos. Kurz bevor wir zu drehen begannen, sah Pete noch etwas konservativer aus. Da kam Mathieu zu mir herüber, brachte mein Haar durcheinander, zog mir sein T-Shirt an und sagte: ,Pete muss cooler sein.' Das gab mir Sicherheit, denn oft bin ich für eine Rolle bereit, konservativer oder mir unähnlicher zu wirken, aber genau das wollte Mathieu nicht. In seinen Augen sollte Pete mir mehr ähneln.“
„Die Schauspielerei ist so ein schwieriger, intimer Prozess“, sagt Kassovitz. „Ich bin selbst Schauspieler, glaube, dass ich in der Lage bin, mit meinen Akteuren ganz besonders gut zu kommunizieren. Aber dennoch ziehe ich die Regie vor, das ist
für mich interessanter.“
Weil Halle Berry in nahezu jeder Szene des Films zu sehen ist, mussten die Dreharbeiten für einen Monat unterbrochen werden, nachdem sich die Schauspielerin in einer Szene mit Downey das Handgelenk verletzt hatte. „GOTHIKA ist ein
Beweis für Halles Stärke und Talent“, bestätigt Joel Silver. „Sie ist eine tolle Schauspielerin, besitzt große emotionale Wandlungsfähigkeit und eine unglaubliche Energie.“ „Mit Halle zu drehen war einfach wunderbar“, sagt auch Penélope Cruz. „Vom ersten Tag an verstanden wir uns. Ich fühlte mich wohl in ihrer Nähe. Sie ist eine richtige Frau, ist smart, witzig und aufrichtig.“ „Es war einfach wunderbar, Halle beim Drehen dieses Films zu beobachten, nachdem ich ihre Entwicklung als Schauspielerin mitverfolgen konnte“, erzählt Charles Dutton, der Berry schon seit Jahren kennt, in GOTHIKA aber zum ersten Mal mit ihr vor der Kamera steht. „Sie ist eine extrem intelligente Schauspielerin, furchtlos und risikobereit. Einfach ein echter Profi.“
„So anstrengend es auch war, Miranda auf ihrer stürmischen Reise zu spielen, bin ich doch wirklich stolz darauf, ein Teil von GOTHIKA zu sein“, schwärmt Halle Berry. „Es gibt einige Szenen, die mir beim Drehen wirklich Angst gemacht haben, und das, obwohl ich wusste, was passieren würde. Wenn also die Zuschauer aus dem Kino gehen und das Gefühl haben: ,Wow, das hat mir wirklich höllisch Angst gemacht', dann glaube ich, haben wir unseren Job gut gemacht.“
Originaltitel:
Gothika
Genre:
HorrorThriller
Land/Jahr:
USA 2003Regie:
Mathieu KassovitzDarsteller:
Halle BerryRobert Downey Jr.
Charles Dutton
John Carroll Lynch
Bernard Hill
Penélope Cruz
Produktion:
Joel SilverRobert Zemeckis
Susan Levin













